Sommerloch-Klassiker mit dazu gehörigen Bauernregeln für die PR

Das Sommerloch macht Journalisten die Arbeit schwer. Institutionen, die Nachrichten produzieren, machen alle Pause. Das führt zum einen oder anderen lustigen Sommerloch-Thema.

1. Westerweiterung nach Mallorca, 1993

Der CDU-Politiker Dionys Jobs hatte 1993 gefordert, Mallorca zu kaufen. Als 17. Bundesland. War ein Spaß während eines Interviews, aber der Bohei war groß. Genauer gesagt: Die Schlagzeile in der BILD.

Alte Bauernregel: Zwar versteht der Journalist den Scherz, die Schlagzeile bringt trotzdem Schmerz.

2. Edmund und der Problembär, 2006

Im Sommer trieb der Braunbär Bruno in den Wäldern Bayerns sein Unwesen. Der war nämlich weder normal, noch ein Schadbär. Nein, es handelte sich um einen Problembären. Gott sei dank war Sommerloch. Denn nur weil das Thema aufgebauscht wurde, haben wir immer ein weiteres rhetorisches Kleinod in Stoibers gestammelte Werke aufnehmen können. Hier als Audio.

Alte Bauernregel: Willst Du ne Rede mit Grotesken, der Edmund gibt sie gern zum Besten.

3. Der Grüne Punkt ist zu grün, 2013

Im Sommerloch gedeihen Blüten an Ästen, die sonst nie das Licht sehen. Das kann schlecht sein – Siehe oben. Das kann man aber auch nutzen. So hat der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) das Sommerloch mit Absicht genutzt, um die Abschaffung des grünen Punkts zu fordern. Mit großem Echo.

Alte Bauernregel:  Nur nachts, wenn alle Hühner pennen, hört man die eine Henne flennen.

Und die Moral dieser Geschichten: Gerade im Sommerloch sollte man als Pressesprecher auf der Hut sein, zu leichtfertig mit den Medien umzugehen. Die Mücke wird schnell zum Rosa Elefanten. Gleichzeitig kann man die dröhnende Stille nutzen, um sich ein wenig Beachtung zu verschaffen.

Das diesjährige Sommerloch ist mit den königlichen Baby gut gefüllt. Buzzfeed hat aber noch eine Liste 25 köstlicher Leckerbissen  aus dem journalistischen Langeweile-Raum zusammengetragen. (25 Things Way More Exciting Than The Royal Baby).

Viel Spaß!

Dieser Artikel ist ebenfalls erschienen auf Alpha Presse

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