Marco Rubio und das #Watergate

Marco Rubio ist ein US-Amerikanischer Politiker aus Florida. Er hatte eine wichtige Aufgabe: Er sollte für die Republikaner auf Obamas Rede zur Lage der Nation antworten. Üblicherweise haben junge, aufstrebende Talente auf diese Weise Gelegenheit, sich landesweit zu profilieren. Marco Rubio machte einen ordentlichen Job. Schöner Hintergrund, passende Kleidung, gute Rede auf dem Teleprompter.

Und dann wurde sein Mund trocken, Schweißtropfen bildeten sich, er bekam Durst. In der Mitte der Rede griff er deshalb zu einer Flasche Wasser, um seinen Durst zu stillen. Das ist unüblich und wurde schnell zum Gespött auf Twitter und Facebook und bei den wichtigsten politischen Satirikern und politischen Analysten. Warum?

Der Durst allein ist es nicht – das kann passieren. Die Kritik entzündet sich daran, wie unbeholfen er das Problem gelöst hat. Denn Regel Nummer eins bei Störungen während öffentlicher Auftritte, gleich welcher Art: Ansprechen, aufgreifen, eloquent einbauen. “Mein Mund ist schon ganz trocken, so viel muss ich gegen Obama sagen. Erlauben Sie mir kurz, einen Schluck Wasser zu nehmen.” Dieser, zugegebenermaßen weder kreative noch witzige, Spruch hätte vermutlich ausgereicht, um souverän Herr der Situation zu bleiben. Es ist wie bei vielen Krisen: Nicht das Problem ist das Problem, sondern der Umgang damit.

Solche Störfälle und die Reaktionen darauf lassen sich trainieren. Und sie müssen trainiert werden. Denn wie einst Nixons feuchte Oberlippe beim TV-Duell gegen John F. Kennedy können solche Kleinigkeiten in das kollektive Unterbewusstsein einsickern. Souverän gemeisterte Probleme können das Image dagegen entscheidend verbessern.

 

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