Interview im prmagazin: Chancen und Risiken von Raabs politischer Talkshow

Direkte Demokratie kann sehr brutal sein. Wie brutal, werden wir am 11. November sehen. Da beginnt hier in Mainz genauso wie bei Raab in Köln die närrische Zeit. Und an diesem Tag startet in Köln die Sendung “Absolute Mehrheit”. Eine politische Talkshow, bei der Politiker und Prominente zusammen mit Stefan Raab und Peter Limbourg aktuelle Themen diskutieren. Das Besondere: Die Zuschauer zu Hause stimmen live über die Gäste ab. Und nach der ersten Runde fliegt der Schwächste.

Als Medientrainer mit dem Schwerpunkt Krisenprävention hat uns das prmagazin interviewt: Was würden wir unseren Kunden raten? Für uns ganz klar: Das Risiko für Meinungsmacher ist hoch, die Chancen begrenzt. Eine besondere Gefahr: Zusammen mit Limbourg wird Raab inhaltlich exzellent vorbereitet sein und die Gäste trotzdem auf der Beziehungsebene angreifen. Das wird selbst für Talkshow-Veteranen ein hartes Pflaster – spätestens dann, wenn sie vom Publikum herausgewählt werden und mit einem säuerlichen Lächeln quittieren, was geschehen ist: dass sie sich gerade zum Narren gemacht haben.

(Foto: Hermann J. Knippertz/dapd (Stefan Raab); p!xel 66/Fotolia.com; Montage: prmagazin)

2 thoughts on “Interview im prmagazin: Chancen und Risiken von Raabs politischer Talkshow

  1. na ich bin gespannt. ich glaube, das wird der nächste große blödsinn des ohnehin schon verblödeten und verblödenden fernsehens. ich glaube allerdings auch, dass dieser blödsinn vielen zuschauern nicht aufgehen wird. wenn das – wie nach raabs aussage so hingestellt – eine “relevante” show sein soll, eine “politische gesprächsrunde”, die “junges Publikum wieder für Politik interessieren soll” – dann gute nacht deutschland :-/ ich habe gehofft, diese art von meinungsmache hätten die menschen langsam hinter sich gelassen.

    • So gerne ich für gewöhnlich in jede Form von kulturpessimistischem Klagen einstimme – in diesem Falle bietet sich doch eine gewisse Chance.

      Vorab: Nein, ich persönlich erwarte nicht, dass in diesem Format tatsächlich fundiert und tiefgründig diskutiert wird. Populismus und Meinungsmache sind wahrscheinlicher.

      Aber: Für die Zielgruppe, die wohl angesprochen werden soll, gibt es meines Wissens derzeit überhaupt keine passenden medialen Angebote. Entweder man fühlt sich von den etablierten Polittalks der öffentlich-rechtlichen Sender angesprochen, oder eben nicht. Alternativen deutlich anderen Stils gibt es nicht.

      Wird Raabs Sendung nun signifkant zur politischen Bildung jüngerer Generationen beitragen? Sicherlich nicht.

      Kann Raabs Sendung junge Menschen erreichen, die ansonsten überhaupt nicht mit politischen Debatten in Berührung kämen? Das schon eher.

      Und wenn dadurch der ein oder andere auf den Geschmack kommt, Interesse für die diskutierten Themen entwickelt und vielleicht auch mal andere Angebote zur politischen Bildung ausprobiert, dann ist doch schon etwas gewonnen.

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