Gebt die Kinderbetreuung frei!

Der deutsche Staat das Problem erkannt: Es gibt zu wenig Kinderbetreuungsplätze in Deutschland. Das führt zu immensen Problemen: Junge Familien müssen schon äußerst motiviert oder materiell gut gestellt sein, um Kinder zu bekommen. Der Staat löste das Problem höchst staatlich: Seit dem 1. August hat jedes Kind mit dem 1. Geburtstag einen gesetzlichen Anspruch auf einen KiTa-Platz. Der Staat hat also nicht an den Ursachen für einen Mißstand gearbeitet, sondern den Mißstand einfach für ungesetzlich erklärt.

Das klingt auf den ersten Blick ausgesprochen dümmlich. Ist es aber gar nicht: Es ist nur dümmlich.  Denn gut daran ist, dass das Gesetz Städte und Gemeinden zwingt, den Ausbau der Kindertagesstätten voran zu treiben. Vollkommen unverständlich ist, weshalb eigentlich Städte und Gemeinden für diesen Ausbau und das Vorantreiben überhaupt verantwortlich sind.

Von den 52.000 KiTas werden nur ca. 1500 privat geführt. Das ist seltsam. Denn in Deutschland gibt es eine Lücke von 100.000 KiTa-Plätzen. Wo große Nachfrage ist, möchte man doch findige Unternehmer vermuten, die diese Lücke füllen. Und richtig ist, dass große Dienstleister wie Dussmann Interesse geäußert haben, sich zu engagieren. Aber mittlerweile wieder zurück rudern. Woher kommt diese Unternehmerlücke? Die Antwort ist simpel. Der Staat (Hier scheinbar ein anderer als der von oben mit dem Gesetz) verhindert es. Vermutlich oft so wie in diesem Auszug aus der F.A.Z. beschrieben:

Kindischer Bürokrat.
Kindischer Bürokrat.

Viele Gründungswillige werden zudem durch einen Wust an Vorgaben abgeschreckt. „Selbst als Diplom-Kaufmann habe ich vier Monate gebraucht, um mich durch alle Vorschriften zu arbeiten“, sagt Wirfs. Am Ende wusste er, wie weit die Handtuchhalter aus hygienischen Gründen auseinanderliegen müssen und welche Rutschklasse die Bodenfließen im Badezimmer mindestens haben müssen. „Da muss man schon sehr überzeugt sein von seiner Idee, um durch dieses Tal der Tränen zu gehen.“ Fleiß, Ausdauer und eine geeignete Immobilie seien aber immer noch nicht alles, sagt Wirfs. Ohne einen Fürsprecher in der kommunalen Verwaltung gehe ebenfalls nichts. „Wenn der Bürgermeister Sie in seiner Stadt nicht haben will, werden Sie es nicht schaffen.“

Ich bin mir sicher, dass die meisten Regelungen gut gemeint sind. Aber gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht. Würde das System stringent liberalisiert könnten viel mehr Menschen Ihrem sozialen Instinkt folgen und für ihre Mitmenschen die Kinder betreuen. So etwas geht heute nur teilweise – wenn es wenig genug Kinder sind, nennt man das im Augenblick Tagesmutter. Doch wenn die Tagesmutter beschließt, jetzt statt drei Kindern zwölf Kinder zu betreuen, wird ihr das unmöglich gemacht. Eine Lösung wäre vermutlich, dass jede Person auch in ihren eigenen vier Wänden eine private KiTa eröffnen kann – mit einigen menschlich sinnvollen Grundregeln. Vielleicht noch eine Gebühr für eine monatliche Kontrolle dieser Regeln durch das Jugendamt und ein VHS-Kurs in Steuerbuchhaltung und hätten alle gewonnen. Die Eltern, die KiTa-Unternehmer und der Staat samt Rechtsanspruch.

Ach ja, und der Liberalismus. Weil er Probleme lösen kann.

Nur eine Liberalisierung des KiTa-Markts macht junge Eltern frei.

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